Clubabend Mai mit Dr. Wladimir Augustinski und Julia Burayeva

„Interessantenweise schätzen die Leiter deutscher Unternehmen in Belarus die allgemeine wirtschaftliche Lage des Landes als angespannt bis sehr schwierig ein, sehen aber für ihr eigenes Unternehmen durchaus Perspektiven“. Das war eine der nicht selbstverständlichen Erkenntnisse aus der Umfrage unseres Mitglieds und Partners, der Repräsentanz der Deutschen Wirtschaft in Belarus (RDW), unter den deutschen Unternehmen zum Geschäftsklima in Belarus. Diese Umfrage, genannt Geschäftsklimaindex und bereits zum sechsten Mal durchgeführt, beinhaltet eine ganze Reihe von Fragestellungen mikro- und makroökonomischer Natur und liefert ein vielschichtiges Bild der Wahrnehmung von wirtschaftlichen Faktoren seitens der deutschen Unternehmen.

Die Vorstellung der Umfrageergebnisse im Rahmen eines Clubabends durch den Leiter der RDW, Dr. Wladimir Augustinski ist inzwischen zu einer schönen Tradition geworden, die zur Freude der Clubmitglieder auch in diesem Jahr ihre Fortsetzung gefunden hat. Die Resonanz seitens der Mitglieder war gewohnt hoch; im Anschluss an den Vortrag entwickelte sich eine dynamische und interessante Diskussion zwischen dem Vortragenden und den Clubmitgliedern – viele von ihnen in ihrer Funktion als Leiter eines deutschen Unternehmens vor Ort selbst Teilnehmer der Umfrage. Dabei wurden einzelne Aspekte, wie z.B. die Bewertung der Mitarbeiterqualifikation, aber auch die des Arbeitsrechts noch einmal tiefgehender analysiert.

Den Vortrag zum Geschäftsklimaindex rundete Dr. Augustinski mit einer Vorstellung der aktuellen und geplanten Veranstaltungen und Aktivitäten der RDW in diesem Jahr ab.

Anschließend informierte die Direktorin des Informationszentrums der Deutschen Wirtschaft IOOO Julia Burayeva in einem Vortrag über das Servicespektrum des Informationszentrums der Deutschen Wirtschaft IOOO. Dieser verlängerte Arm des DIHK-Netzwerks bietet Leistungen für bereits im Lande tätige oder einen Einstieg erwägende deutsche Unternehmen – von der Informationsbeschaffung bis zur Projektbegleitung – so dass es sicherlich auch hier Synergien und Möglichkeiten zur Kooperation mit einzelnen Clubmitgliedern geben wird. Mitglieder finden die vollständigen Präsentationen beider Vortragenden zum Nachlesen hier.

Den Abschluss des Abends bildeten wie gewohnt interessante und offene Gespräche zwischen den Clubmitgliedern und unseren Ehrengästen, bei denen sowohl die Vortragsthemen, als auch aktuelle Themen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zur Sprache kamen.

Eingebettet in diese Gespräche war ein sehr schöner und bezeichnender Augenblick. Im Zuge der immer enger werdenden Kooperation mit unserem Partner, der Freien Wirtschaftszone „Minsk“ (FWZ Minsk) war der Leiter der FWZ, Herr Alexander Akhremtschik bei uns zu Gast. Während des Abends erhielt er das Wort, bedankte sich ganz herzlich für die Zusammenarbeit, sowie die Unterstützung seitens des DBWC und überreichte dem Leiter der Repräsentanz des Clubs, Herrn Eugen Gudi, eine Dankesurkunde. Diese verstehen wir als Zeichen der Anerkennung und dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind, und werden ihr sicherlich einen Ehrenplatz zuweisen.

Exkursion nach BELAZ

Laut einer Umfrage, die Anfang des Jahres durchgeführt wurde, gehören Exkursionen zu Industrieunternehmen zu den beliebtesten Aktivitäten für unsere Mitglieder. Als Reaktion auf diese Wünsche hat der Klub beschlossen, in diesem Jahr einen größeren Schwerpunkt auf Industrieexkursionen zu legen und für die Mitglieder den Besuch berühmter belarussischer Unternehmen sowie der Produktionsstätten unserer Mitglieder zu organisieren.

Die Saison der Industrieexkursionen in unserem Klub wurde mit dem Besuch des Belarussischen Automobilwerks in Zhodino am 29. April eröffnet. Während dieser Exkursion konnte jedes Mitglied einen Blick auf die Schwermaschinenproduktion mit eigenen Augen werfen und den Stolz der belarussischen Autoindustrie sehen – den im Guinness-Buch der Rekorde eingetragenen größten Muldenkipper der Welt BelAZ – 75710 mit einer Nennkapazität von 450 Tonnen.

Um 1,5 Stunden für die Besichtigung einzuhalten, ist es notwendig, sich auf dem Territorium des Werkes, wo mehr als 9000 Menschen arbeiten, mit Verkehrsmitteln, in unserem Fall – mit dem Bus, zu bewegen. Dies ermöglicht es Ihnen, in kurzer Zeit eine Vorstellung von der Größe der Werksstadt zu bekommen, sowie sich mit aktuellen und historischen Errungenschaften von BelAZ vertraut zu machen.

Den stärksten Eindruck hinterlässt natürlich der Ausstellungsbereich des Werkes, in dem Muster der vom Werk produzierten Fahrzeuge mit der Tragfähigkeit von 30 bis 450 Tonnen präsentiert werden. Der Stand bietet einen hervorragenden Hintergrund für beeindruckende Fotos, sowohl neben den riesigen Maschinen, als auch auf den Maschinen selbst, was sich unsere Teilnehmer nicht nehmen ließen. Sie können auch einen Blick in die Versuchswerkstatt für die Montage von extra schweren Muldenkippern werfen und ein weiteres Exemplar des BelAZ-75710 sehen, allerdings in unfertigem Zustand.

Neben der Hauptattraktion des Werks – den riesigen Maschinen selbst – beinhaltete der Exkursionsplan auch eine Teeparty mit speziellem lokalem Gebäck in Form eines BelAZ-Muldenkippers sowie einen Besuch des Werksmuseums, wo wir die Geschichte des Werks kennenlernten, ein Video über die Arbeit von BelAZ-LKWs in Steinbrüchen sahen und die Ausrüstung des Werks sowie Geschenke aus aller Welt bewundern konnten. Am Ende der Exkursion konnten die Teilnehmer einen Wunsch äußern, indem sie einen Schlüssel eines riesigen BelAZ-Muldenkippers in den Händen hielten – laut der Werkslegende werden die Wünsche, die „auf dem Schlüssel“ geäußert werden, mit Sicherheit in Erfüllung gehen. Und ein Mini-BelAZ als Souvenir, den jeder bekam, wird eine sichtbare Erinnerung an diesen Ausflug sein.

Wir hoffen, dass unser Ausflug ins BelAZ-Werk sowohl den kleinen als auch den großen Teilnehmern gefallen hat und alle auf die nächsten Veranstaltungen einstimmt, denn ein weiterer Besuch im Industriewerk ist bereits geplant!

Clubabend April mit Dr. Pavel Daneyko, u.A. Mitbegründer und Direktor von IPM Research

„Belarus hat mehr Kleinunternehmer pro 1000 Einwohner, als die EU.“ Und: „Die Entstehung von hidden champions ist nur möglich gewesen, weil es bei uns keine Privatisierung gegeben hat.“ Zwei Aussagen unseres Referenten und Ehrengastes, Dr. Pavel Danejko, die für sich allein stehend und auf den ersten Blick allem widersprechen, was man über die belarussische Wirtschaft zu wissen glaubt.

Warum diese Sätze aber auf beeindruckende Art und Weise einen wahren Kern treffen, und wie Sie den Blick auf die Entwicklungen in Belarus und den aktuellen Status Quo aus einem anderen Winkel schärfen – das und noch viel mehr erfuhren die Clubmitglieder im Rahmen des Vortrags unseres Experten, gespickt mit erfrischenden und erfreulich direkten Aussagen. Dr. Danejko ging dabei nicht nur auf die makroökonomischen Entwicklungen ein, sondern verstärkt auch auf Entwicklungsgeschichte, Stärken, Schwächen, Strategien und Problemstellungen des privaten Sektors, insbesondere der KMUs in Belarus. Dabei zeichnete er ein stellenweise überraschendes, jedoch immer generisches Bild. Im Anschluss daran entwickelte sich eine spannende und kontroverse Fragerunde, in der diese Themen weiter ausdifferenziert wurden, so dass der Auftritt unseres Ehrengastes zu einer echten Bereicherung wurde. Die Präsentation unseres Gastes ist für Clubmitglieder im Mitgliederbereich zugänglich.

Vor dem Vortrag – dem Hauptteil des Clubabends – ging ein besonderer Dank an unser Clubmitglied, Office Solutions und den Geschäftsführer der Firma Office Solutions Aleksandr Schalajko für die Übergabe zweier topmoderner, ergonomischer Stühle an die Repräsentanz des Clubs. Diese Geste ist für Vorstand und Repräsentanz Lob und Anerkennung für geleistete, sowie Ansporn für zukünftige Arbeit zugleich.

Einen Teil dieses Vertrauensbekenntnisses will der Club bereits in diesem Monat mit einem beispiellos breiten Veranstaltungsangebot zurückzahlen. So haben die Clubmitglieder die Auswahl zwischen insgesamt fünf Veranstaltungen im April.

Den Abschluss des Abends bildeten traditionell Gespräche in geselliger und vertrauter Runde an den Tischen beim Abendbuffet.

Clubabend März mit Monika Schindler und Ulf Schneider

Zum Clubabend März durften die Mitglieder des DBWC gleich zwei Ehrengäste und Referenten begrüßen.

An Fastnacht in Dudutki

Eine kleine Gruppe von Clubvertretern, die sich die letzte Winterunterhaltung nicht entgehen lassen wollte, ging am 26.02.2017 in den Museumskomplex „Dudutki“, um den Pfannkuchentag zu feiern. Der Museumskomplex „Dudutki“ ist die wohl bekannteste ethnographische Museumslandschaft in Belarus. Der auf Privatinitiative gegründete und betriebene Komplex bietet seinen Besuchern nicht nur ständige Attraktionen und Ausstellungen, sondern veranstaltet auch regelmäßig thematische Events, die sich an alten Bräuchen und dem Alltagsleben im Mittelalter orientieren. Zu diesen Veranstaltungen gehören das sommerliche Ritterfest „Unser Grunwald“ und die Winterabschiedsfeier „Fasching“.

Die letzten Tage des Jahres mit dem letzten Schnee und Eis auf den Straßen erwiesen sich als sehr günstig, um den Winter zu verabschieden. Außerdem scheint „Dudutki“ ein recht beliebter Ort unter den Minskern zu sein – die Veranstaltung hat viele Besucher in den Komplex gelockt.

Dass die Anlage auf jeden Fall einen Besuch wert ist, davon konnten wir uns bei der 2,5-stündigen Führung durch die Werkstätten und andere Attraktionen der Anlage überzeugen. Während der Führung erfuhren die Besucher viel Interessantes über den Alltag unserer Vorfahren aus der vorindustriellen Vergangenheit und konnten ihre täglichen Sorgen nachempfinden. Nicht zuletzt konnten sie die Schmiede, Töpferei oder Weberei mit eigenen Augen sehen und selbst Hand anlegen bei der Herstellung von Alltagsgegenständen. Diese Objekte mit einem Teil der eigenen eingeschlossenen Arbeit (ein sehr relevantes Thema für Weißrussland) konnten dann als Erinnerungsstück mitgenommen werden. Die kurzweilige Führung wurde durch Verkostungen von Naturprodukten – Brot, Butter, Käse, Sauerkraut, Schmalz und Mondschein – geschmückt, die diesem etwas anderen Museumsbesuch eine besondere Atmosphäre verliehen.

Die kurze Fahrt mit der Pferdekutsche zeigte uns alle Vorteile der modernen Verkehrsmittel, besonders im Winter.

Es endete mit einem traditionellen Reigen um die angezündete Stroh-Pfannkuchen-Tag-Figur.

Einziger Wermutstropfen war, wie so oft bei öffentlichen Veranstaltungen in Weißrussland, die eher träge Bedienung im Komplex – die Besucher mussten schon viel Geduld aufbringen, um etwas Essbares und Trinkbares zu ergattern. Aber am Ende haben wir diese Schwierigkeit überwunden, und die Qualität des Grills hat uns für das vorherige Warten belohnt.

Mit diesen angenehmen Wintereindrücken im Gepäck beschlossen wir, im Sommer noch einmal nach Dudutki zurückzukehren, am besten zum Ritterfest, und am besten in Gesellschaft zahlreicher Clubmitglieder.

Clubabend Februar: Ordentliche Mitgliederversammlung des Jahres 2016

Am 01.02.2017 fand die ordentliche Mitgliederversammlung des DBWC e.V. zum Jahr 2016 statt.

Clubabend Januar: Strategiemeeting und Planung der Clubaktivitäten für das Jahr 2017

Der Veranstaltungskalender 2017 wurde mit dem Clubabend Januar am 11.01.17 eröffnet.

Jahresabschlussball 2016

Der 9. Tag der Deutschen Wirtschaft in Belarus

Am 16. November dieses Jahres führten der Deutsch-Belarussische Wirtschaftsclub und die Repräsentanz der Deutschen Wirtschaft gemeinsam den „9. Tag der Deutschen Wirtschaft“ in Belarus durch. Damit setzten die beiden Organisatoren die 2007 begonnene Tradition dieses Leuchtturmevents erfolgreich fort. Ebenfalls traditionell übernahm die Deutsche Botschaft die Schirmherrschaft über die Veranstaltung.

Der 9. TDW fand in den Räumlichkeiten unseres Clubmitglieds, der Internationalen Bildungs- und Begegnungsstätte „Johannes Rau“ statt und widmete sich dem aktuellen und kontrovers diskutierten Thema „Fachkräfte in Belarus – Stand, Potential, Zusammenarbeit“. Nach einer kurzen Eröffnung durch die Veranstalter richteten der Deutsche Botschafter in Belarus, seine Exzellenz Herr Peter Dettmar und der erste Stellvertretende Bildungsminister des Landes, Herr Vadim Bogusch Grußworte an die Teilnehmer, in denen sie durch wichtige Hinweise und Anregungen das Feld für die kommenden Paneldiskussionen bereiteten. Anschließend stellte Herr Wolfgang Hombrecher, Oberamtsrat des BMWi das Managerfortbildungsprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie vor. Ein Programm, welches ein nachahmenswertes Beispiel internationaler Kooperation im Bereich der Managerfortbildung darstellt und am 23.11.2016 sein zehnjähriges Jubiläum in Belarus begehen wird. In dieser Zeit haben über 400 belarussische Manager die Fortbildung durchlaufen.

In den anschließenden Paneldiskussionen haben deutsche und belarussische Experten aus staatlichen Gremien und privaten Bildungsorganisationen beider Länder, zusammen mit Vertretern der Wirtschaft, darunter vielen Clubmitgliedern des DBWC, die heute bestehenden Vorteile von Ausbildungsstand und Verfügbarkeit von Fachkräften in Belarus ebenso thematisiert, wie auch die Herausforderungen in Form sich verschiebender technologischer Grenzen im Bereich der MINT-Berufe und des zu erwartenden steigenden Bedarfs in den Bereichen Management und Marketing. Ebenso wurden die bereits bestehenden Kooperationsprogramme zwischen den beiden Ländern besprochen, wie das äußerst erfolgreiche DAAD-Programm in Belarus, die Arbeit des Geothe-Instituts in Minsk, sowie das EU-Projekt MOST. Die Diskussionen waren von erfrischender Offenheit und konstruktiver Direktheit geprägt und lieferten interessante Erkenntnisse und Ansätze für nachfolgende Vertiefung.

Einen ersten, direkten Erfolg verbuchte der 9. TDW bereits vor Abschluss der Fachveranstaltung mit der Unterzeichnung des Kooperationsabkommens zwischen unserem geschätzten Clubmitglied, der Schneider Group und der Freien Wirtschaftszone Vitebsk.

Im Anschluss an die Unterzeichnung erfolgte der Ausklang in geselliger Runde beim Abendempfang im Restaurant Westfalia. Bei informellen Gesprächen konnte die interdisziplinäre Gesellschaft an Teilnehmern nicht nur die Ergebnisse der Paneldiskussionen besprechen, sondern auch wertvolle Kontakte über fachliche Grenzen hinweg knüpfen und vertiefen.

2015: 8. Tag der Deutschen Wirtschaft