Roundtable-Veranstaltung zum Thema „Startups in Deutschland und Belarus: Potenziale und Trends“

18.05.2017 Der Deutsch-Belarussische Wirtschaftsclub organisierte für seine Mitglieder eine Round-Table-Veranstaltung zum Thema „Startups in Deutschland und Belarus: Potenziale und Trends“. Die Veranstaltung fand im Konferenzsaal des Clubmitglieds Johannes Rau International Education Center in Minsk statt. Die Round-Table-Sitzung wurde durch Präsentationen der eingeladenen Experten aus Deutschland und Weißrussland eröffnet, gefolgt von einer lebhaften Diskussion zwischen den Referenten und den Clubmitgliedern.

Der informative Teil des Treffens begann mit einer Präsentation von Herrn Denis Friedrich, einem Vertreter der Innovestment GmbH, über die Entwicklung der Startup-Bewegung in Deutschland (die Präsentation ist im Bereich für Clubmitglieder verfügbar). Das Berliner Unternehmen ist einer der führenden Anbieter von Finanzierungen für innovative Projekte und Startups und versorgt Startups mit den nötigen finanziellen und technischen Mitteln über Crowdfunding, Crowdfunding und Venture Capital. Mehr als 2000 berücksichtigte Anträge und rund 40 erfolgreich finanzierte Projekte zeugen von der großen Erfahrung des Unternehmens.

Es folgten Reden von belarussischen Experten, die in Fachkreisen weithin bekannt sind und die erste Instanz in allem sind, was die Start-up-Branche betrifft – Sergey Naidovich, Generaldirektor des Small Business Incubator UAB „MAP CJSC“ und Rima Yepur, Generaldirektorin des Jugend-Sozialdienstes KUP. Beide Inkubatoren gehören zu den ältesten und erfolgreichsten Strukturen in diesem Bereich in Weißrussland und repräsentieren zwei Säulen des Systems der Business-Inkubatoren: private Organisationen (CJSC „MAP CJSC“) und staatliche Organisationen (PMC „Youth Social Service“). Kaum eine andere Struktur in Weißrussland kann sich mit Experten rühmen, die mehr Erfahrung und Wissen über die Besonderheiten dieses Bereichs haben als unsere Kollegen vom Runden Tisch.

Während in Deutschland günstige Bedingungen für die Entstehung und Weiterentwicklung von Start-ups dazu führen, dass eine bedeutende Anzahl von neuen Unternehmen, vor allem im IT-Bereich und unter den Forschungs-Spin-offs, entsteht, werden junge Unternehmen in Belarus nicht systematisch unterstützt. Der Hauptunterschied zwischen beiden Ländern in der Frage der Startup-Unterstützung besteht darin, dass der deutsche Ansatz die Schaffung eines breiten Spektrums von Bedingungen für die Entstehung vielversprechender Ideen und deren weitere Umsetzung impliziert, während Weißrussland versucht, die Stimulierung von Problembereichen mit Hilfe von materiellen, finanziellen und technischen Ressourcen zu lokalisieren. Zu diesem Ergebnis kamen wir während des Roundtables zu Start-ups in Deutschland und Belarus.

Die Bereitschaft unserer Gäste, ihr Wissen mit den Clubmitgliedern und unseren Partnern von GET Belarus zu teilen und die Probleme offen zu diskutieren, war der Schlüssel zu einer informativen und interessanten Veranstaltung, die ein sehr spezielles und nicht triviales Thema behandelte.

Der Vorstand und die Vertreter des Clubs erhielten viel positives Feedback und wurden ermutigt, das Round-Table-Format für weitere Fachveranstaltungen intensiver zu nutzen.

Clubabend Mai mit Dr. Wladimir Augustinski und Julia Burayeva

„Interessantenweise schätzen die Leiter deutscher Unternehmen in Belarus die allgemeine wirtschaftliche Lage des Landes als angespannt bis sehr schwierig ein, sehen aber für ihr eigenes Unternehmen durchaus Perspektiven“. Das war eine der nicht selbstverständlichen Erkenntnisse aus der Umfrage unseres Mitglieds und Partners, der Repräsentanz der Deutschen Wirtschaft in Belarus (RDW), unter den deutschen Unternehmen zum Geschäftsklima in Belarus. Diese Umfrage, genannt Geschäftsklimaindex und bereits zum sechsten Mal durchgeführt, beinhaltet eine ganze Reihe von Fragestellungen mikro- und makroökonomischer Natur und liefert ein vielschichtiges Bild der Wahrnehmung von wirtschaftlichen Faktoren seitens der deutschen Unternehmen.

Die Vorstellung der Umfrageergebnisse im Rahmen eines Clubabends durch den Leiter der RDW, Dr. Wladimir Augustinski ist inzwischen zu einer schönen Tradition geworden, die zur Freude der Clubmitglieder auch in diesem Jahr ihre Fortsetzung gefunden hat. Die Resonanz seitens der Mitglieder war gewohnt hoch; im Anschluss an den Vortrag entwickelte sich eine dynamische und interessante Diskussion zwischen dem Vortragenden und den Clubmitgliedern – viele von ihnen in ihrer Funktion als Leiter eines deutschen Unternehmens vor Ort selbst Teilnehmer der Umfrage. Dabei wurden einzelne Aspekte, wie z.B. die Bewertung der Mitarbeiterqualifikation, aber auch die des Arbeitsrechts noch einmal tiefgehender analysiert.

Den Vortrag zum Geschäftsklimaindex rundete Dr. Augustinski mit einer Vorstellung der aktuellen und geplanten Veranstaltungen und Aktivitäten der RDW in diesem Jahr ab.

Anschließend informierte die Direktorin des Informationszentrums der Deutschen Wirtschaft IOOO Julia Burayeva in einem Vortrag über das Servicespektrum des Informationszentrums der Deutschen Wirtschaft IOOO. Dieser verlängerte Arm des DIHK-Netzwerks bietet Leistungen für bereits im Lande tätige oder einen Einstieg erwägende deutsche Unternehmen – von der Informationsbeschaffung bis zur Projektbegleitung – so dass es sicherlich auch hier Synergien und Möglichkeiten zur Kooperation mit einzelnen Clubmitgliedern geben wird. Mitglieder finden die vollständigen Präsentationen beider Vortragenden zum Nachlesen hier.

Den Abschluss des Abends bildeten wie gewohnt interessante und offene Gespräche zwischen den Clubmitgliedern und unseren Ehrengästen, bei denen sowohl die Vortragsthemen, als auch aktuelle Themen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zur Sprache kamen.

Eingebettet in diese Gespräche war ein sehr schöner und bezeichnender Augenblick. Im Zuge der immer enger werdenden Kooperation mit unserem Partner, der Freien Wirtschaftszone „Minsk“ (FWZ Minsk) war der Leiter der FWZ, Herr Alexander Akhremtschik bei uns zu Gast. Während des Abends erhielt er das Wort, bedankte sich ganz herzlich für die Zusammenarbeit, sowie die Unterstützung seitens des DBWC und überreichte dem Leiter der Repräsentanz des Clubs, Herrn Eugen Gudi, eine Dankesurkunde. Diese verstehen wir als Zeichen der Anerkennung und dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind, und werden ihr sicherlich einen Ehrenplatz zuweisen.